Christina Jacob, Städtische Museen Heilbronn Einführung in das Thema
09.15 Uhr
Ullrich Brand-Schwarz, Museum Herxheim Living History – Nur Klamauk oder sinnvolle Ergänzung der musealen Vermittlung?
10.00 Uhr Kaffeepause
10.30 Uhr
Hans Joachim Behnke, Archäotechnisches Zentrum Welzow
Das Archäotechnische Zentrum Welzow: Archäologie von A-Z
11.15 Uhr
Martin Langebach, Universität Düsseldorf Vergangenes als Basis identitärer Konzepte jugendkultureller Erscheinungsformen
12.00 Uhr Mitgliederversammlung
12.30 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr
Oliver Klaukien, Freilichtmuseum Hessenpark Neu-Anspach/Taunus Vom Exponat zur Requisite – Museumstheater in Szene gesetzt
14.45 Uhr
Tanja Karrer, Landesmuseum Württemberg Stuttgart „Die Piraten, Herrscher der sieben Weltmeere. Kinderausstellungen - museale Kulturvermittlung oder Abenteuerspielplatz?“
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr
Steffen Färber, Landesmuseum Hannover Bitte berühren – Das multimediale Führungssystem xpedeo der InformationsGesellschaft mbH
16.45 Uhr
Katrin Winter, Lippisches Landesmuseum Detmold Mit Hinkfried und Horst dem Mythos auf der Spur – das interaktive Medienprojekt ‚Konfabulator 0009’ zur Ausstellung ‚Mythos Varusschlacht’
Living History – Nur Klamauk oder sinnvolle Ergänzung der musealen Vermittlung?
„Living-History“ – oder Historische Interpretation, wie der Referent diese Vermittlungsform gerne selber benennt, ist derzeit in der Museumswelt aktuell. Viele Museen bieten Programme an, eigne oder eingekaufte, die Diskussion über diese Vermittlungsform dreht sich derzeit um die Qualitätsfrage, den pädagogischen Nutzen, aber auch um Fragen der politischen Korrektheit.
Der Vortrag geht, neben einer kurzen Darstellung der verschiedenen Erscheinungsformen und der aktuellen Diskussion in den unterschiedlichen Ebenen (z.B. Tagung der Freilichtmuseen im Museum am Kiekeberg 2008, diverse Publikationen etc.), vor allem auf die Problematik der „Living History“ innerhalb der Museen ein. Hier soll besonders auf die Verantwortung im Umgang mit diesem Medium seitens der Museen eingegangen werden. Verstärkt lässt sich nämlich ein oft sehr unbedarfter Umgang mit Anbietern von LH-Programmen feststellen, wobei leider nicht immer auf inhaltliche und sachliche Qualität geachtet wird. Auch politische und ethische Probleme sollen dabei angesprochen werden.
Der Referent beschäftigt sich seit Anfang der 90er Jahren intensiv mit der sogenannten Living History und verfolgt kritisch die aktuelle Entwicklung zum einen als freiberuflicher Anbieter von LH – Programmen in Museen, zum anderen als hauptamtlicher Museumspädagoge.
Ullrich Brand-Schwarz, Museum Herxheim
Das Archäotechnische Zentrum Welzow: Archäologie von A-Z
Im Vortrag wird das Archäotechnische Zentrum Welzow als außerschulische Bildungseinrichtung vorgestellt, die in Welzow, Ldkr. Spree-Neiße, Bundesland Brandenburg im Aufbau begriffen ist. Träger ist der Förderverein Archäotechnisches Zentrum Welzow e. V. Die Stadt Welzow erarbeitete mit Partnern ein Konzept, dass die Einlagerung der archäologischen Holzfunde des Landes Brandenburg in einem renaturierten See im Stadtgebiet vorsieht. Die Jahrtausendealten Hölzer sollen in den kommenden Jahren kontinuierlich im Clarasee eingelagert und erhalten werden.
Angeschlossen ist das Archäotechnische Zentrum im Werksfeuerwehrgebäude der Eintracht Braunkohlenwerke und Brikettfabriken AG zu Welzow von 1928. Hier entsteht auf gut 300 m2 Ausstellungsfläche ein kleines Besucherzentrum, in dem sich alles um die Verwendung von Holz in der Menschheitsgeschichte dreht.
Der Werkstoff Holz bietet sich für Besucher geradezu an, selber aktiv zu werden. Daher steht an erster Stelle des Konzeptes die große Palette von Mitmachangeboten und die Möglichkeit, selber auszuprobieren und nachzuvollziehen, mit welcher handwerklichen Geschicklichkeit, aber auch großem Selbstverständnis unsere Vorfahren mit dem Werkstoff Holz umgingen. Teil des Zentrums ist gleichfalls eine Schauwerkstatt, wo man dem Restaurator über die Schulter wird schauen können und auch selber Hand anlegen kann. Als weiteres Aktivitätsfeld stehen den Besuchern die archäologischen Ausgrabungen des Brandenburger Landesamtes für Denkmalpflege offen. Eine eigene Grabungsfläche besteht ebenfalls. Hier wie dort wird das weite Feld der aktiven Archäologie abgedeckt, hier kann an Originalbefunden mitgearbeitet werden.
Als Kooperationspartner stehen die Vattenfall Europe Mining AG, die Stadt Welzow, das Brandenburger Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum und die Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin dem Förderverein Archäotechnisches Zentrum Welzow e. V. zur Seite. Die Fachhochschule Eberswalde wird die Einlagerung der archäologischen Hölzer begleiten.
Das Archäotechnische Zentrum Welzow wir im Sommer 2010 seine Arbeit aufnehmen. Es steht im touristischen Gesamtkonzept der Stadt Welzow als der Anlaufpunkt für alle kulturgeschichtlich interessierten Besucher offen, die Archäologie hautnah erleben wollen und schon immer einmal dem faszinierenden Thema Archäologie näher kommen wollten, als es Vitrinenscheiben im Museum üblicherweise möglich machen.
Hans Joachim Behnke, Archäotechnisches Zentrum Welzow
Vergangenes als Basis identitärer Konzepte jugendkultureller Erscheinungsformen
In verschiedenen Jugendkulturen spielt Vergangenes teilweise eine wichtige Rolle: Bei den Gothics die Zeit der Romantik, in Teilen der Heavy-Metal-Szene die Ära der Wikinger und Germanen, der auch aus Teilen einer extremen rechten Jugendkultur starkes Interesse entgegen gebracht wird. Doch was interessiert Jugendliche daran? Welche Funktion kommt der Retrospektive zu? Welche Projektionen spielen dabei eine Rolle? Mit einem Problemaufriss soll anhand von Fallbeispielen gezeigt werden, wie heutige Jugendkulturen sich mit diesen Themen auseinandersetzen.
Martin Langebach, Universität Düsseldorf
Zwischen Exponat und Requisite – Museumstheater in Szene gesetzt
Nach einer kurzen szenischen Einführung in das aktuellste Ensemblestück „ARMuT“, einer Produktion des Museumstheaters des Freilichtmuseum Hessenpark, handelt der Vortrag über die Integration von gespielten und kostümierten Darstellungsformen in den Ausstellungsbetrieb . So ähnlich Museumstheater und Living History im Freilichtmuseum erscheinen, so unterschiedlich sind die Zielsetzungen und Anforderungen an die Darsteller. Das Theater, naturgemäß ein künstlerisches Konstrukt einer fiktiven Welt, bekommt durch die Anbindung an ein Museum und der damit verbundenen Wissenschaftlichen Unterfütterung einen größeren Bezug zur Realität. Die „künstlerische Erhöhung“ des Werkes entsteht in dem Fall nicht durch einen genialen kreativen Akt, sondern durch die Rekonstruktion von Wirklichkeit. Museumstheater unterscheidet sich deshalb von seiner Produktionsweise, Erzählstruktur und Zielsetzung von anderen Theaterformen. In erster Linie ist es ein Bildungsauftrag von der Wissenschaft an die Theatergruppe. Die Schauspieler sollen unterhaltend den Besuchern aus einer vergangenen Zeit berichten. Dabei soll de Inszenierung den höchsten Grad an Authentizität bewahren. Ein nicht immer einfacher Weg, ein „Stück auf die Museumsbühne“ zu bringen.
Oliver Klaukien, Freilichtmuseum Hessenpark
Die Piraten. Herrscher der sieben Weltmeere. Kinderausstellungen – museale Kulturvermittlung oder Abenteuerspielplatz?
Kinder sind nicht nur die Besucher von morgen, sondern auch von heute! Kinder benötigen über die traditionellen musealen Präsentationen hinaus eigene Vermittlungsebenen, die ihnen einen kindgerechten, interaktiven und im Idealfall, einen selbsterklärenenden Zugang zum Gezeigten, zur Geschichte bieten.
Speziell für Kinder konzipierte Ausstellungen bieten solch eine Möglichkeit, die Bedürfnisse der Kinder sowie die Ausstellungsthemen und deren wissenschaftliche Aufbereitung in gleichem Maße zu berücksichtigen. Kinderausstellungen orientieren sich an der kindlichen Neugier, Kreativität und Phantasie und sind in ihrer Gestaltung auf die Zielgruppe ausgerichtet.
Das Landesmuseum Württemberg Stuttgart bietet seit einigen Jahren, bislang parallel zu Sonderausstellungen, spezielle Ausstellungen für Kinder, wie z.B. „Königreich für Kinder“ oder „Abenteuerreise ins Alte Ägypten“, an. Für die Kinderausstellungen wurden die geschichtlichen Themen altersentsprechend aufgearbeitet und gezeigt.
„Die Piraten. Herrscher der sieben Weltmeere“ war die erste große Mitmach-Ausstellung für Kinder, auf 1000 qm. Die Akzeptanz und Resonanz in Stuttgart war überwältigend - über 142.000 Besucher sahen die Ausstellung.
Kinderausstellungen sind keine Ergänzung oder sogar Ersatz zu Freizeitparks oder anderen Freizeiteinrichtungen. Sie haben den pädagogischen Ansatz und Anspruch, eine Interaktion zwischen Betrachter, aktivem Rezipienten und Objekt, bzw. dem musealen Inhalt herzustellen und die Kinder durch aktives Handeln und erfahren mit allen Sinnen das ausgestellte Thema erleben und verstehen zu lassen.
Auch in Rahmen von interaktiven Kinderausstellungen ist die personelle Vermittlung immer noch die wichtigste Vermittlungsform. Museen haben einen Bildungsauftrag, der inzwischen weit über die traditionelle Vermittlungsarbeit hinausgeht. Die Förderung sowie der Erwerb von Kompetenzen durch aktive Auseinandersetzung nehmen einen immer stärkeren Stellenwert ein.
Am Beispiel der Kinderausstellung „Die Piraten. Herrscher der sieben Weltmeere“ soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten, aber auch optionale Probleme in der kindgerechten Vermittlung auftreten können.
Tanja Karrer, Landesmuseum Württemberg Stuttgart
Bitte berühren – Das multimediale Führungssystem xpedeo der InformationsGesellschaft mbH
Der Vortrag behandelt:
Die Idee der Einführung des Multimedia-Guides im Landesmuseum Hannover - Zielgruppenfrage - Einbindung der vier Fachbereiche Archäologie, Naturkunde, Völkerkunde und Bildende Kunst
Die Besonderheiten eines pda als Multimedia-Guide
Die Realisierung - Mehrsprachigkeit: Deutsch und Englisch - Alleinstellungsmerkmale (Führung mit »James Bond und Julia Roberts«)
- Angebot für Erwachsene - Angebot für Kinder
o Anmutungsführung (zeitgenössische Musik etc. als über die Exponate hinausgehendes Angebot)
Die Akzeptanz und Resonanz der Besucher/des Publikums
Steffen Färber, Landesmuseum Hannover
Mit Hinkfried und Horst dem Mythos auf der Spur – das interaktive Medienprojekt "Konfabulator 0009"
Für den Ausstellungsteil MYTHOS des länderübergreifenden Kooperationsprojektes „IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht“ entwickelte die Hochschule Ostwestfalen-Lippe zusammen mit den Lippischen Landesmuseum Detmold eine interaktive Installation – den „Konfabulator 0009“. Fünf virtuelle Gesprächspartner aus unterschiedlichen Epochen kann der Besucher zu den Themen Arminius, Germanen und Varusschlacht befragen. Es handelt sich bei dem „Konfabulator 0009“ um eine Art Zeitmaschine, mit der Geschichte von Angesicht zu Angesicht lebendig wird. Der Zuschauer erfährt im Dialog mit den historischen Personen die unterschiedliche Bewertung der Varusschlacht im Laufe der Jahrhunderte und erhält so einen informativen und unterhaltsamen Einstieg in die unterschiedlichen Themen der Ausstellung. Ein Schauspieler schafft das Unmögliche und reist mit den Besuchern durch die Jahrhunderte, indem er fünf historischen Figuren Gestalt verleiht. Alle Figuren sind fiktional. Sie stehen beispielhaft für die jeweils vorherrschende Meinung zum Thema. Der Vortrag gibt Einblicke in die Entstehung und Entwicklung des Medienprojektes, stellt die fünf Charaktere vor und resümiert den Einsatz und die Akzeptanz des „Konfabulators 0009“ in der Ausstellung MYTHOS.
Katrin Winter, Lippisches Landesmuseum
Mitgliederversammlung
Protokoll
Top 1
Christina Jacob und Ulrike Mayer-Küster begrüßen die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Seit der letzten Mitgliederversammlung wurde das Programm für die Tagung in Detmold vorbereitet. Weitere Aktivitäten fanden nicht statt.
Top 2
Aus dem SprecherInnen-Team wurde ein Sprecherinnen-Team, denn Dieter Nitsche ist ausgeschieden, da er nicht mehr in einer archäologischen Institution arbeitet.
Christina Jacob bedankt sich für die Unterstützung bei der Programmplanung, wie es in Mannheim besprochen wurde. Über die Vermittlung von Heidrun Derks und Karl Banghard konnte u.a. der externe Referent Martin Langebach gewonnen werden.
Mit Heino Neumayer wurde ein Terminplan für die Veröffentlichung der Referate der vergangenen Tagungen aufgestellt. Redaktionsschluss für die Beiträge bei den Treffen in Xanten und Schleswig ist Ende 2009. Die betreffenden Referenten wurden bereits angeschrieben. Redaktionsschluss für die Tagungen Mannheim und Detmold ist Ende Juni 2010. Die betreffenden Referenten werden Anfang 2010 angeschrieben.
Top 3
Die Tagung der AG in Görlitz (1. bis 4. März 2010) wird sich mit Kooperationen und Netzwerken beschäftigen. Auch soll versucht werden, Kolleginnen oder Kollegen aus den angrenzenden Ländern zu gewinnen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, inwieweit die Politik die Ausstellungsarbeit beeinflusst. Vorschläge bitte bis Ende Oktober 2009 an Christina Jacob
Top 4
Anfang Oktober 2011 findet der Kongress in Bremen statt. Die AG Archäologie im Museum wurde vor 10 Jahren gegründet. Deshalb soll das Treffen unter dem Motto stehen: 10 Jahre danach... Was hat sich in der Zwischenzeit getan?
Der Vorschlag von Katarina Horst bei der Mitgliederversammlung in Mannheim zum Ankauf von Funden/Sammlungen und den Reaktionen aus dem Ausland wird wegen mangelnder Relevanz verworfen.
Top 5
Im zweiten Halbjahr 2010 oder ersten Halbjahr 2011 wird wieder an eine Exkursion gedacht. Vorschläge sind Brandenburg, Hamburg, Karlsruhe. Weitere Vorschläge bitte bis Ende Februar 2010 an Christina Jacob
Top 6
Verschiedenes:
Christina Jacob hat ein Schreiben zur Unterwasserarchäologie erhalten, das sie mailen wird.
Rüdiger Kelm schlägt vor, dass 2 Monate vor dem nächsten Treffen Aktuelles abgefragt und zusammengefasst in den Tagungsunterlagen erscheint. Diese Aufgabe kann er jedoch nicht selber übernehmen. Christina Jacob nimmt sich vor, eine entsprechende Abfrage und Zusammenstellung für das Treffen in Görlitz vorzubereiten.In Görlitz soll für aktuelle Kurzbeiträge eine Einheit reserviert werden. Anmeldungen bis Mitte Februar an Christina Jacob